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SportMeetsCharity.de ist das größte Netzwerk zur Vorstellung von sozialem und gesellschaftlichem Engagement im Sport. Wir stellen die Menschen dahinter und ihr jeweiliges Engagement vor.
Diesmal: Alexander Leipold, Bundestrainer Ringen
SMC: Als Sportler und als Bundestrainer zeigst Du großen Ehrgeiz in Deinem Sport, um Deine Ziele zu erreichen. Ist der private Alexander genauso ehrgeizig und wenn ja, in welcher Form?
Alexander Leipold: Als Sportler und als Trainer bin ich auf bzw. neben der Matte sehr ehrgeizig. Das bin ich aber auch im privaten Leben. Ich versuche fast immer und überall zu gewinnen. Ob das jetzt "Mensch ärgere Dich nicht" ist oder ein Wettschwimmen. Das ist aber nicht die Vorraussetzung, um ein guter Sportler zu sein. Das ist eher eine persönliche Charaktereigenschaft von mir.
SMC: Welche Werte wurden Dir in Deiner Kindheit vermittelt und welche Werte findest Du wichtig für das gesellschaftliche Miteinander?
Alexander Leipold: Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft! Ich denke, dass es ganz wichtig ist, fair miteinander umzugehen und sich den gegenseitigen Respekt zu geben. In der Gesellschaft sollten wir miteinander leben, dass die Stärkeren den Schwächeren helfen und man sich nicht nur selbstverwirklicht. Das ist eine ganz wichtige Geschichte, die aus meiner Sicht immer wichtiger wird.
SMC: Aus Deiner Perspektive, wie gehen die Menschen heutzutage miteinander um?
Alexander Leipold: Ich möchte das jetzt nicht pauschalieren, aber es gibt viele Menschen, die zuerst an sich denken und dann irgendwann an den gegenüber. Aber es gibt auch die Menschen, die im Dienste des anderen stehen. Generell gibt es beide Wege bzw. sind beide Wege vorhanden.
SMC: Du selbst bist sehr im sozialen Bereich engagiert. Welche Projekte unterstützt Du mit Deinem persönlichen Einsatz.
Alexander Leipold: Ich engagiere mich sehr breit. Zu dem Engagement "Tour der Hoffnung" für krebskranke Kinder habe ich mich entschlossen, weil man als erfolgreicher Sportler mit seiner Person und seinem Namen die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren kann. Gerade als Vater weiß man es zu schätzen, wenn seine eigenen Kinder gesund sind oder im Falle einer Krankheit optimale Hilfe und Betreuung bekommen. Des weiteren bin ich Botschafter der Deutschen Schlaganfallhilfe. Da ich selbst drei Schlaganfälle erlitten habe, ist auch dieses Thema für mich sehr wichtig. Die Menschen hierüber aufzuklären und durch meinen Einsatz auf diese Krankheit hinzuweisen und damit Aufklärung zu betreiben. Dies sehe ich als sehr wichtig an. So möchte ich meinen Beitrag dazu leisten und damit die medizinische Weiterentwicklung ebenfalls unterstützen. Das jüngste Projekt, für das ich mich eingesetzt habe, ist das Projekt "Sportler für Organspende". Dieses Thema sollte zunehmend ein gesellschaftliches Thema werden, da wir alle einmal in die Situation kommen können, dass wir auf eine Organspende angewiesen sind. Grundsätzlich bin ich für gesellschaftliche Themen offen, da ich es für sehr sinnvoll halte, sich gesellschaftlich zu engagieren. Gerade wenn man die Möglichkeit hat, mit seinem Namen etwas positiv zu bewegen.
SMC: Was glaubst Du können Sportler durch ihr gesellschaftliches Engagement bewegen?
Alexander Leipold: Die Sportler haben eine positive Wahrnehmung in der Gesellschaft. Wenn man dieses positive Image dazu nutzen kann, um soziale Projekte mit nach vorne zu treiben, dann stehen aus meiner Sicht die Sportler in der Pflicht, dies zu tun!
SMC: Gibt es ein emotionales Erlebnis, das Du durch Dein privates Engagement erfahren durftest und das Dich geprägt hat.
Alexander Leipold: Sowohl bei der "Tour der Hoffnung" als auch meiner Arbeit als Botschafter der Schlaganfallhilfe bin ich mit Patienten in Kontakt gekommen, die durch das komplette Engagement aller Beteiligten geheilt bzw. gerettet wurden. Wenn man sieht, wie sich kleine Kinder nach einem Schlaganfall aufgrund verschiedener Reha-Maßnahmen wieder ins normale Leben zurück zu kämpfen oder den Krebs besiegt haben, dann weiß man, dass man alles richtig gemacht hat bzw. das es gut war, dass man sich engagiert hat.
SMC: In der Welt des Sports erlebt man viele Höhen und Tiefen. Was war für Dich persönlich das sportliche Highlight, das Du erleben durftest?
Alexander Leipold: Der Gewinn der Olympischen Spiele in Sydney 2000 war mit Abstand das Größte, was ich erleben durften. Ich erinnere mich noch heute genau daran. Der Kampf zu Ende, Salto gemacht, Siegerehrung, Nationalhymne und dann ein Tag später Abschlussfeier. Im Hintergrund sang Kylie Minogue, im Vordergrund das Feuerwerk über der Harbour Bridge und ich habe auf dem Rücken gelegen und das Ganze genossen. Da dem Olympiasieg der Weltmeistertitel vorausgegangen war, war das eine Zeit, an die ich mich sehr gerne zurück erinnere, auch heute noch!
SMC: Was war für Dich Dein bitterster Moment, den Du im Sport erlebt hast.
Alexander Leipold: Ich hatte Olympiagold, mich gefreut und gefeiert und dann wurde mir im Nachhinein die Medaille aberkannt. Das war natürlich der tiefste Punkt, der mir emotional am Meisten wehgetan hat, weil ich sehr lange darauf hingearbeitet habe und auch im Vorfeld schon sehr erfolgreich war. Nach über 10 Jahren wurde ich dann rehabilitiert.
SMC: Gibt es für Dich ein Lebensmotto, das für Dich steht und das Du anderen gerne mit auf den Weg geben möchtest?
Alexander Leipold: Mein Sprichwort lautet: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren. Das ist im Sport genau so wie im Leben. Wenn man es nicht probiert, kann es auch nicht klappen!
Vielen Dank für das Interview.
Das Interview führte Matthias Lang für den Stiftung Sport Meets Charity e.V.
Wenn Sie mehr über das soziale Engagement von Alexander Leipold erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.
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