|
Oldenburg. 11. Juli 2012. Hoher Besuch: Am Mittwoch informierte sich Staatsministerin Maria Böhmer über die Arbeit im BIG-Projekt. Mit dabei waren unter anderem auch Uwe Schünemann (Niedersächsischer Innenminister), Thomas Kossendey (Parlamentarischer Staatssekretär) und Gerd Schwandner (Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg).
„Sport ist der beste Integrationsmotor. Er bringt Menschen zusammen, schafft Verständigung und baut Vorurteile ab. Nachhaltig kann Integration durch den Sport aber nur gelingen, wenn bereits junge Menschen an den Sport herangeführt werden und eine Chance erhalten, sich in der Gemeinschaft einzubringen. Aus diesem Grund sind Sportprojekte vor Ort von unschätzbarem Wert“, betonte Staatsministerin Maria Böhmer heute anlässlich ihres Besuchs der Nadorst Grundschule in Oldenburg.
Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung informierte sich auf ihrer Integrationstour gemeinsam mit dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Thomas Kossendey MdB, und Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner über das Projekt „Basketball integriert Oldenburg“ (BIG). Ziel der Initiative ist es, Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund bereits in der Grundschule über Arbeitsgemeinschaften für den Basketballsport zu gewinnen.
„Der von mir im Januar vorgestellte Zweite Integrationsindikatorenbericht belegt deutliche Fortschritte in der Integration- gerade auch im Sport. So hat sich die Zahl der Migranten in Sportvereinen seit 2007 von 55.000 auf 100.000 wesentlich erhöht. Dies sollte uns allen Ansporn sein, in unseren Integrationsaktivitäten nicht nachzulassen“, hob Böhmer hervor. „Auch bei der Erarbeitung des Nationalen Aktionsplans Integration wurde der Sport als eines von elf Schwerpunktthemen behandelt. Wichtiges Ziel ist es, insbesondere Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund für eine Aktivität im Sportverein zu begeistern. Sie nehmen sportliche Angebote bislang nur zögerlich wahr. Projekte wie „Basketball integriert Oldenburg“ helfen in vorbildlicher Weise dabei, Hemmschwellen bei jungen Migrantinnen abzubauen und sie für den Sport zu gewinnen“, so Böhmer.
Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann erklärte: „Basketball ist ein internationaler Sport, der prädestiniert ist, Migranten und Migrantinnen zu integrieren. Beim Basketball ist es selbstverständlich, dass Spieler aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen miteinander und gegeneinander antreten. Fair Play steht dabei – ungeachtet der Wettkampfsituation - an oberster Stelle. Ich selber spiele seit meiner frühsten Kindheit Basketball und hatte dabei meinen ersten Kontakt und Austausch mit anderen Kulturen."
Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Kossendey erklärte: „Beim Sport werden nicht nur soziale Kompetenzen vermittelt, die Menschen lernen einander kennen, lernen einander zu respektieren und zu tolerieren. In Oldenburg können wir durch das Engagement unterschiedlicher Akteure auf ein breites Angebot in diesem Bereich zurückgreifen. Und der Erfolg gibt uns Recht. Gerade im Bereich der Integration von Mädchen sind wir einen guten Schritt vorangekommen. Mit dem neuen Projekt werden wir diesen Weg konsequent weitergehen.“
Zufrieden zeigte sich Oldenburgs Oberbürgermeister Gerd Schwandner: „Nach dem bundesweit sehr erfolgreichen Mädchenfußball-Projekt MICK, welches hier in Oldenburg seine Wurzeln hat, bin ich sehr glücklich darüber, dass mit BIG ein weiteres Integrationsprojekt mit innovativem Charakter in Oldenburg seine Pionierstätte gefunden hat. Der Besuch der Staatsministerin Böhmer ehrt das neue Projekt und unsere Stadt sehr.“
„Das Projekt hat in den vergangenen Monaten richtig Schwung bekommen. Inzwischen machen in den Arbeitsgemeinschaften der Schulen über 180 Schülerinnen und Schüler mit. 58 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Über die Arbeitsgemeinschaften, die außerhalb der Unterrichtszeiten liegen, wird diese Zielgruppe erstaunlich gut erreicht“, sagte Ulf Gebken vom Institut „Integration durch Sport und Bildung“ an der Universität Oldenburg. „Ein wichtiger Baustein unserer Arbeit ist die Ausbildung jugendlicher Assistenten, die in den Schul-Vereinsgruppen mithelfen bzw. sie leiten sollen“, ergänzte Ralph Held von der Baskets Akademie Weser-Ems.
Geleitet wird das Basketballprojekt BIG von Ulf Gebken (Universität Oldenburg) und Ralph Held (Baskets Akademie Weser-Ems). Inzwischen wird das Projekt als „Kicking Girls“ oder „Fußball ohne Abseits“ bundesweit in mehr als 100 Stadtteilen durchgeführt.
Zwei Scheckübergaben erfreuten die Verantwortlichen des BIG-Projekts besonders. 6500 Euro übergab EWE Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller. Der Unternehmer hatte anlässlich seines 60. Geburtstags seine Gäste um Spenden für den Baskets Akademie Weser-Ems e.V. gebeten - die Gesamtsumme ging nun an die Baskets Akademie und wird zweckgebunden im BIG-Projekt eingesetzt. Eine zweite Spende über 7000 Euro kam vom Rotary Club Oldenburg Ammerland - mit diesem Geld wurden die Trikots für die 150 Grundschülerinnen und -schüler, die aktuell im BIG-Projekt aktiv sind, finanziert. Das Bild rechts zeigt Ralph Held (Nachwuchskoordinator EWE Baskets und Projektleiter BIG), Hermann Schüller (Geschäftsführer Hermann Schüller), Prof. Dr. Ulf Gebken (Leiter An-Institut Integration durch Sport und Bildung an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Projektleiter BIG) und Prof. Dr. Jürgen Taeger (Vorsitzender Rotary Club Oldenburg).
Wenn Sie mehr über das soziale Engagement der EWE Baskets Oldenburg erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.
Wenn Sie mehr über das soziale Engagement im Basketball erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.
|