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SportMeetsCharity.de ist das größte Netzwerk zur Vorstellung von sozialem und gesellschaftlichem Engagement im Sport. Wir stellen die Menschen dahinter und ihr soziales Engagement vor.
Diesmal: Christoph Metzelder
Als Sportler zeigst Du großen Ehrgeiz auf dem Platz, um Deine Ziele zu erreichen. Ist der private Christoph genauso ehrgeizig und wenn ja in welcher Form?
Christoph Metzelder: Aus meiner Sicht ist Ehrgeiz ja eine grundsätzliche Charaktereigenschaft. Privat setze ich mir mit meiner Stiftungsarbeit Ziele, die ich gerne erreichen möchte oder auch schon erreicht habe. Das ist mir eine Herzensangelegenheit, die jedoch auch mit der nötigen Leidenschaft verbunden ist, etwas zu bewegen und in den nächsten Wochen und Jahren mehr zu machen. Welche Werte wurden Dir in Deiner Kindheit vermittelt und welche Werte findest Du aus Deiner Sicht als bedeutungsvoll für das gesellschaftliche Miteinander an?
Christoph Metzelder: Ich bin dankbar, dass ich über den Sport im allgemeinen und den Mannschaftssport im speziellen viele Werte vorgelebt bekommen habe, die im Leben und in einer Gemeinschaft wichtig sind. Dazu gehören für mich Respekt und Fairness ebenso dazu wie Disziplin.Dazu kommt ein christliches Wertesystem, das ich durch meine Erziehung und meine Familie mitbekommen habe. Darin begründet sich auch mein soziales Engagement.
Aus Deiner Perspektive, wie gehen die Menschen heutzutage miteinander um?
Christoph Metzelder: Ich finde, dass es eine gesellschaftliche Entwicklung gibt, die bedenklich ist. Natürlich ist es müßig, zurückzuschauen und verschiedene Zeiten miteinander zu vergleichen. Kinder und junge Menschen wachsen im Zeitalter von Technologie und Internet einfach anders auf. Da lässt sich das Rad auch nicht zurückdrehen. Trotzdem glaube ich, dass das Wegbrechen von familiären Strukturen dafür sorgt, dass viele Grundwerte verloren gehen. Höflichkeit gegenüber Erwachsenen, Respekt vor Eigentum, da erodiert in meinen Augen vieles, was für andere Generationen noch selbstverständlich war.
Du selbst bis mit Deiner "Christoph Metzelder Stiftung" sehr engagiert. Was macht Deine Stiftung und warum liegt Dir diese Arbeit am Herzen!
Christoph Metzelder: Die Stiftung beschäftigt sich seit über 5 Jahren mit der sozialen Kinder- und Jugendarbeit in Deutschland. Obwohl wir an sich eine große Industrienation sind, gibt es auch vor unserer "eigenen Haustür" sehr viel Not und Elend. Besonders in den großen Metropolen. Jedes vierte Kind lebt an oder unter der Armutsgrenze. Das ist schon eine erschreckende Zahl, die auch in den letzten Jahren zugenommen hat. In diesem Bereich engagieren wir uns in aktuell 14 Projekten in ganz Deutschland. Momentan erreichen wir mit unserer Arbeit etwa 450 Kinder und Jugendliche. Unsere Strukturen sind in den Jahren ordentlich gewachsen. Es ist einfach eine Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht und die mir sehr sehr wichtig ist!
Du hast gerade von 14 Projekten gesprochen. Wie hast Du Dich bzw. Deine Stiftung sich für diese Projekte entschieden, um sie zu unterstützen?
Christoph Metzelder: Wir kooperieren mit der christlichen Ordensgemeinschaft Don Bosco, die weltweit aber auch in Deutschland in der Jugendarbeit aktiv ist. Des weiteren wollen wir uns interreligiös und überkonfessionell engagieren und suchen hierfür Projekte aus, die akuten Finanzierungsbedarf haben, die einen innovativeren Ansatz haben und nicht zwingend von den großen Trägern gefördert werden. Nach diesen Kriterien suchen wir uns die Projekte aus und diese sind meist in den großen Ballungsräumen Deutschlands.
Was glaubst Du können Sportler durch ihr Engagement bewegen?
Christoph Metzelder: Zunächst einmal sind Sportler für ihre Leistungen auf dem Platz in den jeweiligen Wettkämpfen verantwortlich. Das ist das, was uns antreibt.Ich glaube, die Suche und das Streben nach Wegen und Erfolgen ist das, was wir Sportler alle gemeinsam haben, egal in welcher Sportart.Durch unseren Erfolg stellt sich automatisch eine öffentliche Wahrnehmung der eigenen Person ein. Gerade im Fußball als Volkssportart Nummer1 ist das einfach so. Das ist in letzten Jahren noch mal mehr geworden. Deswegen sind wir gerade für Kinder und Jugendliche Vorbilder. Als Leistungssportler geht es immer auch um den Sieg, aber es geht auch um Niederlagen und persönliche Enttäuschungen. Ich habe immer versucht, bei allem persönlichen Ehrgeiz nie zu vergessen, was Sport bedeutet: 90 Minuten alles für den Erfolg zu tun, aber sich nach dem Schlusspfiff die Hand zu geben!
Gibt es ein emotionales Erlebnis, das Du durch Dein privates Engagement erfahren durftest und das Dich geprägt hat?
Christoph Metzelder: Was mir in meiner Stiftungsarbeit ganz besonders wichtig ist, ist der direkte Kontakt zu den Projekten, den Kindern und damit meine Besuche vor Ort. Ich bin selbst noch ein relativ junger Mensch und durch meinen Beruf bin ich sehr greifbar für die Kinder. Viele Jugendliche sind einfach Fußballfans und freuen sich mich zu sehen, weil man mich ansonsten nur aus den Medien oder vom Platz her kennt. Diese Begegnungen sind für mich immer wieder bewegend und zeigen den Kindern gegenüber meine Wertschätzung für sie. Ich nehme mir dann immer die Zeit, um ein paar Stunden in dem jeweiligen Projekt zu verbringen. Das ist mir sehr wichtig. Das Feedback, das ich durch die Freude der Kinder bekomme, ist für mich jedes Mal sehr emotional und bestätigt mich in meiner Arbeit!
In der Welt des Sports erlebt man viele Höhen und Tiefen. Was war für Dich Dein sportliches Highlight, das Du erleben durftest?
Christoph Metzelder: Große Highlights, die man in sich abspeichert sind die Titelgewinne, weil sie immer die Arbeit einer ganzen Saison krönen. Ganz besonders emotional war für mich natürlich die WM 2006, diese sieben Wochen im eigenen Land, die letztendlich bis auf das sportlich Ergebnis so abgelaufen sind, wie wir uns das alle erträumt haben. Das war eine ganz besonders intensive Zeit, da es ein Erlebnis ist, über einen solch langen Zeitraum von einer ganzen Nation getragen zu werden. Das war eine unglaublich positive Erfahrung!
Was war für Dich Dein bitterster Moment, den Du im Sport erlebt hast?
Christoph Metzelder: Man muss einfach akzeptieren, dass Niederlagen zu jedem Sport dazugehören. Das sind Niederlagen, die mal so passieren, aber natürlich auch in großen Endspielen. So waren die Finalspiele bei der WM 2002 und der EM 2008 in ihrer Konsequenz ganz besonders bitter.
Gibt es für Dich einen Spruch, der für Dein Lebensmotto steht und den Du anderen Menschen gerne mitgeben möchtest?
Christoph Metzelder: Einen konkreten Leitspruch habe ich nicht. Aber was für mich spricht und mich in jeder Lebenslage begleitet ist: Höre nie auf im Leben mutig und neugierig zu sein!
Vielen Dank für das Interview!
Das Interview führte Matthias Lang für den Stiftung Sport Meets Charity e.V.
Wenn Sie mehr über das soziale Engagement von Christoph Metzelder erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.
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