17.11.2011

Heiner Brand | Interview - "Der Gemeinsinn ist sekundär, das Ego ist sehr dominant"



SportMeetsCharity ist das größte Netzwerk zur Vorstellung von sozialem und gesellschaftlichem Engagement im Sport. Wir stellen die Menschen dahinter und ihr soziales Engagement vor.   

Diesmal: Heiner Brand 


In der Handballhalle zeigen Sie großen Ehrgeiz und Kampfeswillen. Wie hat Sie das geprägt? 

Es hat mir gezeigt, dass man mit Eigenschaften, die ich als selbstverständlich ansehe, sehr viel erreichen kann. 

Welche Werte wurden Ihnen in Ihrer Kindheit vermittelt?

Das sind keine besonderen, aber Ehrlichkeit, Respekt vor dem anderen und die Übernahme von Verantwortung sind für mich persönlich dabei die wichtigsten.

Wie ist Ihre Beobachtung, wie gehen die Menschen heutzutage miteinander um?

Wir können es tagtäglich in den Zeitungen lesen und in den Medien hören und sehen. Die Menschen zeigen zu wenig gegenseitige Rücksichtnahme und zu wenig gegenseitigen Respekt. Der Gemeinsinn ist sekundär, das Ego ist sehr dominant.

Sie werden im kommenden Jahr 60 Jahre jung und engagieren sich selbst ebenfalls. Welche Themen und Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen? Auf www.sportmeetscharity.de können wir folgende Projekte in Ihrem Profil finden, die Sie unterstützen: 

   - Deutscher Kinderhospizverein
   - Aktion Deutschland Hilft
   - Stiftung Deutsche Sporthilfe
   - Bundesliga Stiftung
   - Jo-Deckarm-Stiftung

Ja, damit sind auf jeden Fall die großen Projekte benannt. Zusätzlich gibt es noch zwei kleinere Projekte. Grundsätzlich gilt, dass ich einen speziellen Bezug zu jedem Engagement benötige. Insofern liegen mir auch alle am Herzen. 

Warum setzen Sie sich gerade für diese Projekte ein?

Wie gesagt, zu jedem dieser Projekte gibt es einen persönlichen Bezug. Es ist mir persönlich ganz wichtig nicht nur einfach mein Gesicht hinzuhalten.

Was können Sie durch Ihr Engagement bewegen?

Im Augenblick, sieht man einmal ab von dem Jo-Deckarm-Fonds, kann ich aufgrund von Terminproblemen eigentlich nur öffentliche Aufmerksamkeit auf die Projekte lenken und ab und an Geldzuwendungen dorthin leiten.

Welches war Ihr emotionalstes Erlebnis, das Sie durch Ihr privates Engagement erfahren durften?

Ich habe im Rahmen meines Engagements für den Deutschen Kinderhospizverein erleben dürfen, wie lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien trotzdem herzlich und fröhlich miteinander umgehen.

Als Sportler erlebt man Höhen und Tiefen. Wir alle wissen, dass Sie sowohl als Spieler und Trainer Weltmeister geworden sind. Aber was war für Sie persönlich Ihr sportliches Highlight? Und was war Ihr sportlich bislang bitterster Moment?

Ja, auch für mich persönlich waren die WM-Gewinne als Spieler (1978) und Trainer (2007) die herausragenden sportlichen Highlights. Der mit Abstand bitterste Moment war der Unfall meines Freundes und Mannschaftskameraden Jo Deckarm am 30. März 1979.

Nelson Mandela und Willi Lemke sprechen von wichtigen role-models, von Vorbildern. Wer ist/war für Sie ein Vorbild (sportlich/privat)? 

Im Jugendalter waren meine Brüder die sportlichen Vorbilder. Darüber hinaus gab es immer wieder Verhaltensweisen von Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die ich als vorbildhaft angesehen habe, ohne jetzt einzelne Personen nennen zu können.

Gibt es einen Sinn-Spruch, der für Ihr Lebensmotto steht?

Alle kölschen Lebensweisheiten gelten auch für mich.


Lieber Herr Brand, haben Sie vielen Dank für das persönliche Gespräch.



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