17.05.2012

Jens Nowotny | Interview - "Meine Motivation sind die betroffenen Kinder"



SportMeetsCharity.de ist das größte Netzwerk zur Vorstellung von sozialem und gesellschaftlichem Engagement im Sport. Wir stellen die Menschen dahinter und ihr soziales Engagement vor.     

Diesmal: Jens Nowotny


Während Deiner aktiven Karriere auf dem Fußballplatz hast Du großen Ehrgeiz gezeigt! Hat Dich diese Zeit geprägt und wenn ja in welcher Form?

Jens Nowotny: Der Ehrgeiz in Form von Disziplin ist mit Sicherheit ein bestimmendes Merkmal meiner Präsenz auf dem Fußballplatz gewesen. Auf ein Ziel fokussiert zu sein und dabei nicht zu ehrgeizig zu sein, das ist die richtige Balance. Zu ehrgeizig zu sein wäre der falsche Weg.

Welche Werte wurden Dir in Deiner Kindheit vermittelt?

Jens Nowotny: Der Respekt gegenüber anderen, das ist aus meiner Sicht im Zusammenleben der Menschen das Wichtigste! Alle anderen Dinge stehen dahinter zurück. Weil Respekt vor dem Anderen und im Miteinander, das Wichtigste ist!

Wie gehen aus Deiner Sicht die Menschen heutzutage miteinander um? 

Jens Nowotny: Also auf der Autobahn ganz ohne Respekt vor dem Anderen. Da denkt jeder nur an sich. Jeder ist egoistisch. Jede Zeit hat wahrscheinlich so ihre Phasen, wo man denken könnte, es gibt wenig Respekt unter den Menschen. Aber ich denke doch, dass im Großen und Ganzen alles passt!

Du selbst engagierst Dich ebenfalls. Welche Themen und Projekte liegen Dir am Herzen!

Jens Nowotny: Das Thema Kinder ist für mich ein elementares. Einerseits weil man als Elternteil darauf bedacht ist, den eigenen Kindern den Weg zum Erwachsenensein zu erleichtern. Andererseits gibt es viele Kinder, die eine andere Ausgangsbasis haben, die unterpriveligiert sind. Insofern ist mein aktuelles Engagement auf den Deutschen Kinderhospitzverein e.V. und auf den Kidshelp-Kambodscha e.V. ausgerichtet. Das sind zwei Vereine, die sich mit Kindern, die sich in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen befinden, beschäftigen. Die Einen leider mit dem Kindersterben und die Anderen mit der Hoffnung, Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen!

Warum setzt Du Dich gerade für diese Projekte ein?

Jens Nowotny: Meine Motivation sind die betroffenen Kinder. Als Vater ist man hier besonders sensibilisiert und ist froh und dankbar, dass man selber in der Lage ist seinen eigenen Kindern gute Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung zu geben. 

Was glaubst Du, kannst Du durch Dein Engagement bei diesen Projekten bewegen? 

Jens Nowotny: Das habe ich mich auch schon oft gefragt und die Antwort war immer: Aufmerksamkeit generieren! Als Prominenter steht man im Fokus der Öffentlichkeit. Wenn dann mal  ein  Fernsehteam oder ein Journalist über mich berichtet,  gibt es für mich immer die Möglichkeit ein, zwei Sätze über das Projekt zu platzieren, bevor man dann über tagesaktuelle Entwicklungen im Fußball befragt wird. Aber ich denke, das ist Okay, man kann so mit seinem Namen etwas Gutes erreichen. 

Welches war Dein emotionalstes Erlebnis das Du durch Dein soziales Engagement hattest?

Jens Nowotny: Das war ein Treffen mit betroffenen Familien vom Kinderhospitz. Dabei habe ich hautnah die Kinder, die lebensverkürzend erkrankt sind, deren Geschwisterkindern und Eltern kennengelernt. Es war schon ein ganz spezieller Moment, wenn man sieht, wie die sich untereinander unterstützen, wie sie miteinander umgehen, welche Kraft die Eltern haben und auch die Betreuer. Das sucht schon Seinesgleichen und hat mich tief beeindruckt.

Was war für Dich Dein sportlichstes Highlight?

Jens Nowotny: Das war die WM 2006 im eigenen Land, das Spiel um Platz 3.

Was war Dein bitterster Moment, den Du im Sport erlebt hast?

Jens Nowotny: Da kann ich nur sagen: Champions League Halbfinale 2002 gegen Manchester, wo ich mir das Kreuzband gerissen habe und das vor der WM 2002.

Abschließend die letzte Frage: Hast Du ein Lebensmotto, das für Dich steht?

Jens Nowotny: „Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem Anderen zu!“ 


Das Interview führte Matthias Lang für den Stiftung Sport Meets Charity e.V.


Wenn Sie mehr über das soziale Engagement von Jens Nowotny erfahren möchten, klicken Sie bitte hier.


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