12.06.2012

Stiftung Sport Meets Charity e.V. // INSIDE // Was passiert abseits vom Spiel!

Matthias Lang, Vorstandsvorsitzender des Stiftung Sport Meets Charity e.V.

Matthias Lang, Vorstandsvorsitzender des Stiftung Sport Meets Charity e.V.



Was passiert abseits vom Spiel?

Das zurückliegende Ende der Fußball-Saison 2011/2012 und auch die jüngsten Medienberichte der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine zeigen auf, dass die Ausschreitungen neben den sportlichen Highlights außerhalb des Spielfeldes zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Diese Veranstaltungen werden bereits seit jeher ein Stück weit als Ventil emotionaler Unzufriedenheit in der Gesellschaft genutzt. Das war bei den vorangegangenen Generationen so und wird sich auch in Zukunft wohl kaum ändern!

Die Bilder gezündeter Rauchbomben oder das Übersteigen von Absperrungen mit anschließendem Überlaufen von Sponsorenbanden sind ein Ausdruck von Gewaltbereitschaft, die sich nicht nur in den Köpfen der Zuschauer festsetzen, sondern auch für die zukünftige Entwicklung des deutschen Sports eine Bedrohung darstellen. Ist es auch nur die feindselige Haltung einzelner Randalierer, so gefährden diese Ausschreitungen doch langfristig sehr stark die lukrative "Bühne" für Wirtschaftspartner des Sports Obwohl man sich dieser Situation bewusst ist und Lösungsansätze diskutiert, wie z.B. ein personalisierter Ticketverkauf oder Abschaffung der Stehplätze, stellt sich immer noch die Frage, was der Ursprung dieser Entwicklung ist.

Betrachtet man die vier größten Ligen (Basketball, Eishockey, Fußball u. Handball) in diesem Zusammenhang wird sehr schnell deutlich, dass aktuell nur die Fangemeinschaft im Fußball ein derart provozierendes Verhalten aufzeigt, das es zu meistern gilt. Einen ganzheitlichen Lösungsansatz zu entwickeln ist hierbei sicherlich die schwierigste Herausforderung, die von Seiten der Verantwortlichen bewältigt werden muss!

Hierzu ergibt sich eine grundsätzliche Frage: Wie wollen wir, dass der Sport in seiner gesellschaftlichen Einbindung verstanden wird?

Gerade die Entwicklung des Fußballs in Deutschland zeigt in den letzten Jahren eine zunehmende Verprofessionalisierung, was in der Umsetzung der sportlichen Großveranstaltungen sicherlich notwendig ist. Sie führt aber auch zu einem ständig wachsenden Anspruch im Wechselspiel zwischen einem Verein, seinen Sponsoren und seiner Fangemeinschaft. Die steigenden Erwartungen müssen finanziell getragen werden, was dazu führt, dass der sportliche Erfolg und die damit verbundenen Einnahmequellen eine unaufhaltsame Spirale erzeugen, der man kaum entrinnen kann.

Mit diesem Kreislauf betreibt gerade der Fußball automatisch "Raubau" an seinem Grundverständnis. Es wird ein emotionalisiertes Ereignis in betriebswirtschaftliche Zwänge gepresst, was zur Folge hat, dass es eben nicht mehr nur um ein sportliches Highlight geht. Dieser abseits des Spielfeldes ausgetragene "Wettlauf" nationaler und internationaler Positionierung führt dazu, dass die gesellschaftliche Einbindung und das gelebte Miteinander eines Vereins in seiner eigentlichen Betrachtungsweise zu kurz kommen. Die im Breitensport aktiv gelebte Gemeinschaft eines Sportvereins, dessen soziale und gesellschaftliche Integration und das dadurch erzeugte soziale Miteinander waren ursprünglich auch einmal wesentliche Hauptbestandteile nun mehr erfolgreicher Bundesligavereine.

Diesen Ansatz wieder aktiver in das Vereinsgeschehen zu integrieren ist sicherlich eine lohnenswerte Ausrichtung, um in der Gesamtbetrachtungsweise eines Vereins und dessen Grundverständnis die Akzeptanz sportlicher Erfolge oder Niederlagen einzubinden.

Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB hat es einmal so ausgedrückt: "Wir sollten nie vergessen, dass es am Ende des Tages um Fußball geht!"

Vielleicht ist diese Einstellung auch der Grund für den Erfolg von Borussia Dortmund!?

In diesem Sinne

Ihr Matthias Lang
Vorstandsvorsitzender Stiftung Sport Meets Charity e.V.


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