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Lübbecke. 01. Dezember 2011. Der Erfolg hat viele Väter. Gerade im Sport sind etliche Faktoren entscheidend, um Ziele zu erreichen. Talent, Trainingsarbeit, Willen, aber vor allem die Unterstützung der eigenen Anhänger geben den Ausschlag zwischen Sieg und Niederlage. Auch die Handball-Profis des TuS N-Lübbecke können sich auf ihre Fans in der Merkur Arena verlassen. Eine Gruppe von ihnen unterhält jedoch ein besonderes Verhältnis zu den Spielern. Die Menschen mit Behinderung der Diakonischen Stiftung Wittekindshof verbindet seit 1999 eine innige Freundschaft mit den Rot-Schwarzen, die einzigartig in Handball-Deutschland ist.
Die Anfänge der Beziehung waren noch eher unspektakulär. Die Bewohner schauten sich die Heimspiele der Bundesliga-Mannschaft an und natürlich gab es vor und nach einer Partie Gelegenheit, mit den Handball-Stars ins Gespräch zu kommen. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Dinge weiter. Da der Verein der Fangruppe Freikarten schenkte, „war für uns irgendwann klar, dafür müssen wir uns auch irgendwie einmal revanchieren“, so Thomas Dullweber, Teamleiter für die Einrichtungen der Diakonischen Stiftung in Benkhausen und Rahden.
Die Idee eines gemeinsamen Grillabends im August war geboren. Mittlerweile sei der Termin zu einem „Höhepunkt im Laufe des Jahres“ geworden, macht Teammanager Zlatko Feric klar. In diesem Jahr begrüßte Dullweber den TuS N-Lübbecke bereits zum 12. Mal im Haus Aleida. „Es ist klasse, dass es keine Saisonvorbereitung des TuS ohne Besuch bei uns in Rahden gibt“, freute sich der Teamleiter. Und die Spieler fühlen sich nicht nur besonders wohl, weil alle T-Shirts oder Trikots des TuS tragen, der Platz mit Fahnen und Wimpeln geschmückt ist und die Bewohner so jedes Mal wieder für echte „Heimspiel-Atmosphäre“ sorgen.
Es ist die Nähe und Offenheit, mit der die Bewohner die Spieler und Verantwortlichen immer wieder beeindrucken und für sich einnehmen. „Die Fans des Wittekindshofes bringen uns eine unglaubliche Wärme und Freundschaft entgegen“, schwärmt Mannschafts-Kapitän Nikola Blazicko. Und Thomas Dullweber fügt hinzu: „Die Bewohner haben ein feines Gespür dafür, dass die Verbindung zwischen uns und dem TuS von Herzen kommt und ehrlich gemeint ist. Alle merken, dass die Spieler wirklich gerne bei uns sind.“
Gerade diese Herzlichkeit sei es, die die Menschen der Einrichtung auszeichne und die die Begegnung mit den Sportlern zu etwas ganz Besonderem mache. Im vergangenen Jahr hatten sich der TuS N-Lübbecke und die Diakonische Stiftung Wittekindshof für den bundesweiten Mitmenschpreis des Bundesverbandes evangelische Behindertenhilfe (BeB) beworben. Zwar habe man mit dem Projekt letztlich nicht gewonnen, habe aber über die Region hinweg für ein solches Miteinander von Sportlern und Menschen mit “Handicap” geworben und beispielhaft agiert.
Es hat sich eine besondere Verbindung zwischen dem Bundesligisten und dem Haus Aleida entwickelt. Viele Bewohner gehören zu den treuesten Fans der Ostwestfalen „Gerade die Stillsten gehören zu den größten und leidenschaftlichsten Anhängern“, weiß Diakon Dullweber, der seit September auch im Vorstand des Fanclubs Red Devils ist, zu berichten. Die Spiele des TuS seien für alle stets ein großartiges Erlebnis, aus denen sie viel Freude und Energie schöpfen. Oft würden die Bewohner die ganze Woche von diesen positiven Eindrücken zehren.
Nahezu jedes Heimspiel des TuS N-Lübbecke hat seinen festen Platz im Terminkalender der Fans aus dem Wittekindshof, die auf Wohngruppen in Benkhausen, Rahden, Nettelstedt und Lübbecke verteilt sind. Auch bei den nächsten Heimspielen gegen Großwallstadt und Hamburg wird der TuS wieder auf die “Edel-Fans” zählen können, die die Mannschaft vom “Block A” aus anfeuern werden. Und nicht nur die Spiele in der Merkur Arena sind ein Muss für die “Benkhauser”, auch zu einigen Auswärtsspielen fahren sie gemeinsam mit den Red Devils.
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